Valetta auf eigene Faust

Nicht umsonst wurde Valletta im Jahr 2018 der Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ verliehen.

Die Hauptstadt der Republik Malta ist mit ihren rund 6.000 Einwohnern zwar die kleinste europäische Hauptstadt, hat aber so viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten zu bieten, dass ein Tag kaum ausreicht, um diese alle zu besichtigen.

Die gesamte Altstadt von Valletta mit ihren Gebäuden aus verschiedenen Epochen steht unter UNESCO-Weltkulturerbeschutz. Schon bei der Einfahrt in die weit eingeschnittene Bucht an der Nordostküste von Malta wird man vom majestätischen Anblick der imposant befestigten Stadt begrüßt.

Der Naturhafen Grand Harbour zählt zu den schönsten Kreuzfahrthäfen der Welt und liegt direkt zu Füßen Vallettas. Bereits das Seefahrervolk der Phönizier nutzte die ideale Lage als Ankerplatz. Später folgten die Punier, die Römer, die Byzantiner, die Araber, die Spanier, die Franzosen und die Briten.

Sie alle haben ihre Spuren in der malerischen Stadt hinterlassen, die heute zu beliebten Sehenswürdigkeiten zählen. Aber erst nach der Rückeroberung der Osmanen im 16. Jahrhundert wurde die Stadt zu einer mächtigen Festungsanlage ausgebaut und hat den Namen „Humilissima Civitas Vallettae“ erhalten, was so viel heißt wie „Die höchst bescheidene Stadt von Valletta“.

Ihren Namen verdankt Valletta dem 49. Großmeister des Malteserordens, Jean de la Valette, der gemeinsam mit anderen Vertretern dieses Ritterordens der Malteser als Mitbegründer der aufstrebenden Stadt gilt. Sein Denkmal steht heute an der zentralen Piazza Jean de la Valette, direkt vor dem Royal Opera House und in der Nähe des Parlamentsgebäudes.

Die Stadt der zahlreichen Kirchen, Museen, Denkmäler, Cafés und Kulturstätten ist ein einzigartiges Juwel, das in den gepflegten Straßen immer wieder neue Entdeckungen bereit hält.

valetta malta

Der Kreuzfahrthafen von Valletta

In der verzweigten, fjordähnlichen Bucht von Valletta gibt es zwei große und mehrere kleine Naturhäfen.

Der nördlich gelegenen Marsaxlokk Harbour wird vorwiegend als Wirtschaftshafen und Umschlagplatz für Containerschiffe aus aller Welt genutzt, während sich im südlichen Grand Harbour die Terminals für Kreuzfahrtschiffe, für Boote aller Größen, für Fähren und touristische Ausflugsboote befinden.

In diesem spektakulären Naturhafen haben auch Megayachten mit einer Länge von mehr als 25 Metern Platz. Das Hafengelände ist mit allen Serviceeinrichtungen ausgestattet, die man von einem modernen Hafen erwartet.

Wenn das Kreuzfahrtschiff in den Grand Harbour einfährt, genießt man einen direkten Blick auf die drei Städte Senglea, Cospicua und Vittoriosa, die direkt gegenüber von Valletta auf den Ausbuchtungen und Inseln des Archipels entstanden sind.

Auch das eindrucksvolle Fort St. Michael, das auf einer Halbinsel errichtet wurde, begrüßt die Kreuzfahrer. Die drei Städte können mit regelmäßig verkehrenden Fähren besucht werden.

Unmittelbar entlang des Kreuzfahrtterminals verläuft die Hafenpromenade Valletta Waterfront mit den fantastischen barocken Lagerhäusern. Diese beherbergen heute Restaurants, Cafés und Räume für Kulturveranstaltungen.

Bereits die Anfahrt in den von historischer Militärarchitektur geprägten Hafen ist also ein unvergessliches Erlebnis. Bei der Tourismusinformation am Hafengelände kann man sich einen Stadtplan und Tipps für Ausflugsziele besorgen.

Wer nicht zu Fuß in die Altstadt gehen möchte, nutzt den im Jahr 2012 eigens errichteten Fahrstuhl, der etwa 500 Meter vom Terminal entfernt liegt und direkt in den Bereich der Upper Barrakka Garden fährt.

Mobil in Valletta auf eigene Faust

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die traumhafte Altstadt von Valletta auf einem Landausflug zu erkunden. Alle Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten sind bequem vom Hafengelände aus zu erreichen.

Für welche Fortbewegungsmöglichkeit man sich auch entscheidet, ein Besuch in Valletta bleibt unvergessen.

Zu Fuß

Die schönste Möglichkeit, um den besonderen Flair von Valletta genießen zu können, ist bei einem Spaziergang. Folgt man der Straße Xatt Pinto entlang des Hafengeländes Richtung Nordosten, erreicht man in wenigen 100 Metern eine Kreuzung.

Hier biegt man links in die Straße It-Telgha tal-Kurcifiss ein, der man bis zur nächsten Kreuzung folgt. Danach geht es rechts in die Straße Triq San Frangisk, der man bis zur mächtigen Stadtmauer folgt.

Man umrundet damit das Krankenhaus Sir Paul Boffa und die Herbert Ganado Gardens. Der Fußweg bis zum Durchgang durch zwei imposante mittelalterliche Bastionen dauert etwa 20 Minuten. Um in den höhergelegenen Altstadtbereich der Upper Barrakka Gardens zu gelangen, muss man mehrere Treppen überwinden.

Die Mühe lohnt sich, denn vom orientalisch gestalteten Upper Barrakka Garden hat man einen atemberaubenden Ausblick über die schöne Bucht und den Hafen.

Noch vor dem Eingang zur Stadt trifft man auf den im Jahr 2012 errichteten Barrakka-Lift, der bis zu 21 Fahrgäste für 1 Euro pro Person innerhalb weniger Sekunden nach oben bringt.

Von den Upper Barrakka Gardens sind die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im nordwestlichen Bereich innerhalb weniger Minuten erreichbar.

Wer gerne zum Shoppen gehen möchte, findet mehrere Einkaufsstraßen mit individuellen Boutiquen, Designergeschäften, Souvenirläden, Antiquitätenshops, Kunsthandwerkstätten und Einkaufspavillons, wie die Republic Street. Eines der größten Einkaufszentren ist der Embassy Shopping Complex.

Busse

Um vom Cruise Terminal direkt zum Haupttor von Valletta an der westlichen Stadtmauer, dem mehrmals erneuerten City Gate, zu gelangen, kann man die Busse der Linie 1 nutzen.

Direkt vor dem Valletta Cruise Port gibt es eine Bushaltestelle, von der etwa alle 20 Minuten ein Bus zum zentralen Busbahnhof fährt. Dieser erstreckt sich unmittelbar vor dem City Gate und ist der ideale Ausgangspunkt für eine Stadterkundung.

Vom Busbahnhof verkehren mehrere Buslinien in alle Teile der Insel Malta. Nördlich des Busbahnhofes, hinter dem prächtigen Triton-Brunnen, befindet sich eine Tourismusinformation.

Taxis und Wassertaxis

Schon von der Ferne erkennt man die weißen Taxis, die sich vor dem Kreuzfahrt-Terminal aufreihen. Für die Fahrt zu bestimmten Sehenswürdigkeiten werden Fixpreise angeboten.

Möchte man eine Fahrt zu Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen außerhalb von Valletta unternehmen, können die Preise mit dem Fahrer verhandelt werden. Es verkehren auch schwarz lackierte Taxis, die allerdings nur nach Vorbestellung fahren.

Spannend ist eine Rundfahrt durch das Hafengelände mit einem Wassertaxi. Diese traditionellen, bunten Holzboote wurden von den Fischern seit Jahrhunderten für den Fischfang genutzt. Sie steuern auch die drei Städte Senglea, Cospicua und Vittoriosa sowie das Fort St. Michael und die Yachthäfen in den Fjorden an.

Fähren

Etwa 500 Meter vom Kreuzfahrtschiff-Terminal Richtung Nordosten, unterhalb der Upper Barrakka Gardens, legen die Fähren zu den drei Städten Senglea, Cospicua und Vittoriosa ab.

Die Überfahrt in die idyllischen Yachthäfen der drei Siedlungen dauert nur wenige Minuten. Auch auf der gegenüberliegenden Seite der Landzunge, auf der die Häuser von Valletta errichtet wurden, gibt es einen Fährplatz, der als Verbindung zur weiter nördlich gelegenen Halbinsel der Stadt Sliema dient.

Für die Hin- und Rückfahrt zu den drei Städten werden 4,65 Euro verrechnet. Kinder bis 12 Jahre zahlen 1,50 Euro.

Stadtrundfahrten

Eine besonders bequeme Möglichkeit, um Valletta zu er-fahren, sind die roten Panorama Doppeldeckerbusse von Malta Sightseeing. Die auffälligen Busse fahren alle 30 Minuten vom Terminal der Fähren nach Sliema auf der gegenüberliegenden Stadtseite ab. Man kann aber auch an den jeweiligen Haltestellen der Busse im Stadtinneren zusteigen.

Es gibt zwei unterschiedlich lange Routen, aus denen man wählen kann: Entweder eine Nordtour mit 26 Haltestellen, die insgesamt 3,5 Stunden dauert und eine Südtour mit 9 Stationen und einer Gesamtdauer von 2 Stunden.

Die Sightseeing-Busse werden nach dem Hop-On-/Hop-Off-Prinzip betrieben, das heißt, man kann beliebig oft an verschiedenen Stationen ein- und aussteigen.

Während der Fahrt erhält man über einen Audio Guide interessante Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und zur Geschichte der Stadt. Die Sprache ist frei wählbar.

Sehenswürdigkeiten für Landausflüge in Valletta

Wohin man auch blickt, die bewegte Geschichte von Valletta ist überall sichtbar. Die gesamte Stadt wird von einer Festungsmauer mit mehreren mächtigen Bastionen umschlossen.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt sind gut zu Fuß erreichbar.

Direkt an die westliche Stadtmauer schließt sich die Nachbarstadt Floriana an. Auch sie entstand unter dem Einfluss des Malteserordens und ist sehr sehenswert.

Da Valletta planmäßig wie ein Schachbrett angelegt wurde, kann man sich hier kaum verirren.

Upper Barrakka Gardens

Upper Barrakka Gardens

Die Upper Barrakka Gardens wurden im Jahr 1660 von Mitgliedern des Malteser Ritterordens als idyllischer Erholungsgarten angelegt. Sie befinden sich am höchstgelegenen Punkt der Stadtbefestigung auf der St. Peter and St. Paul Bastion, die direkt an das Hafengelände des Grand Harbour anschließet.

Zu Fuß erreicht man den beliebten Aussichtspunkt in etwa 25 Minuten über den oben beschriebenen Fußweg zur Altstadt. Der Zustieg zum ebenfalls bereits erwähnten Barrakka-Fahrstuhl ist direkt unterhalb der Upper Barrakka Gardens.

Es gibt auch die Parkanlage Lower Barrakka Gardens, die im Jahr 1798 rund 600 Meter nordöstlich im unteren Bereich der St. Christopher’s Bastion von französischen Truppen während einer Belagerung der Insel Maltas angelegt wurden.

Stadttor (City Gate)

Das Haupttor zur Stadt an der westlichen Stadtmauer erreicht man über eine Brücke, die vom Tritonbrunnen und dem Busbahnhof über einen breiten Stadtgraben führt.

Das Stadttor wurde mehrmals verändert und ist heute ein mehrere Meter breiter Durchgang durch die dicken Festungsmauern. Autos dürfen nicht über die Brücke und durch den breiten Durchgang fahren.

Der gesamte Bereich dahinter entlang der Straße Triq Ir-Repubblika, der Republic Street, ist ebenfalls als Fußgängerzone ausgewiesen.

Nur wenige Meter hinter dem Stadttor steht das neue Parlamentsgebäude von Malta und eine Straße weiter erhebt sich das Royal Opera House.

St. John’s Kathedrale

valetta St. Johns Kathedrale

Folgt man der Triq Ir-Repubblika Richtung Nordosten, stößt man in etwa 300 Metern auf die hochbarocke St. John’s Kathedrale.

Die im Jahr 1578 erbaute Kathedrale wirkt äußerlich unspektakulär, besitzt aber ein prunkvolles Innenleben. Die gesamte Gestaltung des Gewölbes und der Arkadengänge mit kunstvollen Ornamenten dauerte etwa 100 Jahre.

Im Boden des Hauptschiffes bedecken kostbare Marmorplatten die Gräber von 375 bedeutenden Rittern des Malteserordens.

An die Kathedrale wurde ein Museum angeschlossen, wo Artefakte des ritterlichen Ordens ausgestellt sind. Für den Eintritt in die Kathedrale werden 10 Euro berechnet. Im Preis inklusive ist ein Audio Guide, der auch in Deutsch über die Geschichte und die Kunstwerke in der Kathedrale informiert.

Auf dem Weg zur St. John’s Kathedrale liegen noch zwei andere Kirchen: Die schlichte Santa Barbara Kirche und die Franziskanerkirche mit dem romantisch in Rosa gestalteten Innenleben.

Großmeisterpalast (Grandmaster Palace Courtyard)

valetta Grossmeisterpalast

Nur einen Häuserblock hinter der St. John’s Kathedrale wurde um die selbe Zeit der wuchtige Großmeisterpalast errichtet. Dieser Staatspalast diente über Jahrhunderte den maltesischen Herrschern als Amtssitz.

Noch bis ins Jahr 2012 tagte hier das Parlament von Malta, bis dieses in den modernen, einem Bienenstock gleichenden Neubau am City Gate übersiedelte. Nach wie vor wird der Bau für Staatsempfänge genutzt. Außerhalb von offiziellen Festakten und Feierlichkeiten ist der Großmeisterpalast für die Öffentlichkeit zugänglich.

Spannend ist ein Besuch in der umfangreichen Waffenkammer (Palace Armoury), die rund 6000 Waffen, Rüstungen und sonstige militärische Ausrüstung vom 16. bis ins 18. Jahrhundert beherbergt.

Der Eintritt in den Großmeisterpalast und in die Waffenkammer beträgt 10 Euro. Kinder bis 5 Jahre erhalten freien Eintritt.

Direkt vor dem Großmeisterpalast befindet sich der von historischen Gebäuden eingerahmte Platz Triq Ir-Repubblika mit der Queen Victoria Statue im Zentrum. In den Sitzgärten der Cafés kann man das bunte Menschentreiben beobachten.

Markthalle Is-Suq tal-Belt (Valletta Food Market)

Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch in der riesigen Markthalle, die an der südöstlichen Seite des Großmeisterpalastes liegt. Bereits in der Gründungszeit der Stadt wurde dieser Bereich als offener Marktplatz genutzt.

Ein überdachtes Gebäude entstand schließlich im Jahr 1784, das allerdings während eines Luftangriffs im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde. Im Jahr 2016 fanden umfassende Renovierungsarbeiten und Erweiterungen statt.

Im Erdgeschoss des einstöckigen Gebäudes kann man an den zahlreichen Marktständen bereits ab 7 Uhr Früh frische, einheimische Lebensmittel kaufen. Es gibt auch ein paar Restaurants. Der erste Stock wird vorwiegend für Kulturveranstaltungen genutzt.

Fort St. Elmo mit dem National War Museum

valetta Fort St. Elmo

An der nordöstlichen Spitze der Stadtbefestigung, an der Einfahrt zum Grand Harbour, wurde in exponierter Lage zwischen den Jahren 1670 und 1690 die Festungsanlage Fort St. Elmo errichtet.

Die mächtige Anlage hat bereits mehrere kriegerische Auseinandersetzungen erlebt und musste mehrmals erneuert werden. Heute ist Fort St. Elmo Heimat der Polizeischule und des National War Museum.

Jeden Tag kann man die Dauerausstellung mit Fundstücken und Artefakten von der Bronzezeit bis zum Beitritt der Republik Malta in die Europäische Union besuchen.

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 10 Euro, Kinder bis 6 Jahre erhalten kostenlosen Eintritt.

Fort St. Angelo

valettaFort St. Angelo

Direkt gegenüber der Altstadt, auf der südöstlichen Seite des Grand Harbour steht auf einer der Landzungen der Bucht die beeindruckende Festungsanlage Fort St. Angelo. Das genaue Datum der Errichtung der Anlage ist nicht bekannt. Die Überreste eines Turmes verweisen auf das 12. Jahrhundert.

Erst die Malteser Ritter bauten Fort St. Angelo zu einer mächtigen Festungsanlage und zum Hauptsitz des jeweiligen Großmeisters aus. Später diente Fort St. Angelo den Franzosen und dann den Briten als Quartier.

Seit dem Jahr 2015 ist die Festung, die nach wie vor im Besitz des Malteserordens ist, für die Öffentlichkeit zugänglich. Regelmäßig gibt es Fährverbindungen von Valletta zum Fort St. Angelo.

Video: Valetta an einem Tag

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