Haugesund auf eigene Faust

Auf einer Norwegen-Kreuzfahrt gehört der Hafen Haugesund unbedingt mit aufs Programm. Kaum ein Ort in Skandinavien lässt seine Besucher*innen das legendäre Wikinger-Feeling so hautnah spüren wie dieser.

Seine Lage an der südlichen Fjordküste lässt aber auch landschaftlich keine Wünsche unerfüllt: Im Süden grüßt der Boknafjorden, im Norden der Eingang zum berühmten Hardangerfjord und unmittelbar vorgelagert sind jede Menge idyllische Inseln.

Bonus am Rande: Der Hafen von Haugesund ist direkt an die Stadt angebunden. Viele Sehenswürdigkeiten sowie das Zentrum sind zu Fuß schnell erreicht.

Aber auch ein Ausflug auf eine der benachbarten Inseln würde sich vom Hafen aus anbieten. Einem unvergesslichen Landausflug steht in Haugesund jedenfalls nichts im Wege.

Highlights und Empfehlungen

haugesund

Je nachdem, wie viel Zeit der Aufenthalt in Haugesund erlaubt, sind eine ganze Bandbreite an Optionen vor Ort gegeben, die diesen Tag zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis machen. Wer es gemütlich mag, geht vom Anlegeplatz des Kreuzfahrtschiffes aus zu Fuß einfach der Nase nach.

Hafenviertel

Das Hafenviertel am Smedasund ist Haugesunds eigentliches Zentrum. Man ist also fußläufig schon nach kurzer Zeit mitten im Geschehen. Und davon gibt es in Haugesund – vor allem in den Sommermonaten – reichlich.

Ein Bummel durch die zahlreichen Geschäfte lohnt sich allemal. Egal, ob man auf der Suche nach typischen Norwegen-Souvenirs ist (Stockfisch, Mütze, Troll) oder lieber auf individuelle Mitbringsel von lokalen Handwerksbetrieben setzt: Im Hafenviertel wird man sicher fündig werden.

Wenn die Shopping-Tour irgendwann ermüdet, bieten zahllose gemütliche Lokale, Cafés und Bars Stärkung für jeden Geschmack und jedes Portemonnaie.

Das Preisniveau ist in Norwegens Gastronomie grundsätzlich höher als in Deutschland oder Österreich. Besonders zu Buche schlägt dies bei alkoholischen Getränken. Wer also die Urlaubskasse nicht in Haugesund lassen möchte, sollte vor der Bestellung lieber immer einen Blick auf die Karte werfen.

Musik und Events in Haugesund

Wer zur richtigen Zeit vor Ort und von Musik begeistert ist, sollte sich bei Gelegenheit eines der in Haugesund jährlich stattfindenden Festivals zu Gemüte führen.

Musikalisch ist auch hier für fast jeden Geschmack etwas dabei: Zelebriert werden das Jazzfestival „Sildajazz“, das „Vikedal Roots Music Festival“ und das „Skude-Festival“. Sie laden ein zum Feiern und einer musikalischen Annäherung an Norwegen und seine lange wechselhafte Geschichte.

Darüber hinaus ist Haugesund auch stolze Gastgeberin des norwegischen Filmfestivals, welches besonders für Cineasten ein Pflichttermin wäre, sollte man zufällig dieser Tage in der Gegend sein.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Landausflüge bieten meist nur einen Tag oder sogar weniger Zeit, um einen Ort näher kennen zu lernen. Es gilt also, Prioritäten zu setzen und die Zeit im Auge zu behalten.

Einige der folgenden „Places to be“ in und um Haugesund befinden sich außerhalb des Zentrums und der Hafengegend. Hier lohnt sich auf jeden Fall die Investition in ein Taxi.

Haraldshaugen

Der imposante Obelisk ist Norwegens Nationaldenkmal. Er wurde 1872 errichtet nach einem Entwurf des norwegischen Architekten Christian Christie. Haraldshaugen befindet sich am nördlichen Stadtrand von Haugesund. Busse und Taxis bringen Touristen sicher und zuverlässig hin und zurück.

Karmsund Folke Museum

Einen guten Überblick über die Geschichte und Besiedlung Norwegens, Land und Leute bietet dieses kleine, aber feine Museum.

Dokken Outdoor Museum

Dieses Freilichtmuseum lässt den Spirit der Neuzeit atmen. Die historischen Gebäude sind originalgetreu nachgebaut und bieten historisch Interessierten einen Einblick in das Alltagsleben Norwegens im 18. und 19. Jahrhundert.

Haugesund Museum of Fine Art

Wer es gerne etwas zeitgenössischer und kreativer mag, ist mit diesem Tipp gut beraten. Kunstgeschichte vom 18. bis zum 21. Jahrhundert wird hier präsentiert.

Inseln, Inseln, Inseln

Wer nach Norwegen kommt, wird allerdings meistens in erster Linie wohl auf den Spuren der legendären Wikinger wandeln wollen. Haugesund selbst war zu ihrer Zeit ein wichtiger Hafen und Umschlagplatz für erfolgreiche Händler aus aller Welt. Die Hafenstadt, die heute hauptsächlich von Tourismus, Fischfang und Erdölförderung profitiert, war einst internationaler Dreh- und Angelpunkt für Tauschgeschäfte und Business aller Art.

Aus der Wikinger-Ära ist in Haugesund selbst allerdings nicht mehr viel Historisches zu finden. Dafür muss man im Hafen eine der zahlreichen Fähren besteigen und ein echtes Inselabenteuer seinen Lauf nehmen lassen.

Insel Karmøy

Insel Karmoy

Gleich zwei Brücken verbinden Haugesund mit Karmøy. Die Insel ist aber auch die historisch bedeutsamste von allen umliegenden Inseln, war sie doch einst Heimat des Königshofes von Harald Schönhaar. Er gilt unter Historikern als erster Wikingerkönig und somit erster „echter“ König Norwegens.

Der Ort Avaldsnes legt noch heute Zeugnis dieser wichtigen Ära norwegischer Geschichte ab. Im Geschichtszentrum Nordvegen können historisch Interessierte sich einen guten Überblick über die imposante Geschichte des Ortes verschaffen. Das Museum ist auch für Familien zu empfehlen und hat ganzjährig geöffnet.

Ein Abstecher zu den archäologisch bedeutsamen Bautasteinen neben der Mittelalterkirche lohnt sich ebenso wie ein Besuch des Hügelgrabes. Dieses macht – wenn es nicht tatsächlich das Grab Harald Schönhaars beherbergt – zumindest als Fotomotiv einiges her.

Olavskirche

Die Olavskirche symbolisiert die spätere Christianisierung Norwegens. Ihr Namensgeber, König Olav II. Haraldson, war der erste König des Landes, der Odin und Freya abschwor und sich taufen ließ. Die Geschichte kennt ihn wahlweise als „Olav den Dicken“ und „Olav den Heiligen“ – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wer zwischendurch mal eine Pause von so viel Geschichte braucht, dem sei das Hafenstädtchen Skudeneshavn an der Südspitze von Karmøy wärmstens empfohlen.

Skudeneshavn

Skudeneshavn

Wer sich gerne auch mal sportlich betätigten möchte, kann sich hier von Juni bis August an der Touristeninformation kostenlos ein Ruderboot ausleihen.

Die charmante Altstadt mit ihren charakteristischen Holzhäusern lässt die Vergangenheit Revue passieren und lädt zum Flanieren ein.

Eine Besonderheit für Familien bietet das Städtchen mit seiner Schnitzeljagd „Jakten på Damå i Parken“. Diese „Jagd nach der Galionsfigur“ namens Damå dauert ca. 1,5 Stunden und garantiert Spaß für die ganze Familie.

Die Zettel mit den Hinweisen sind an der Touristeninformation vor Ort erhältlich. Zur Belohnung winkt am Ende der spannenden Schatzsuche zwar leider nur ein Diplom, aber auch hier zählt der olympische Gedanke.

Leuchtturm “Mortholmen Fyr”

Er ist zwar nur einer von vielen, trotzdem eignet er sich für eine kleine Wanderung samt atemberaubenden Fotomotiven besonders gut. Er befindet sich auf der kleinen Insel Mortholmen vor der Küste von Åkrehavn.

Über eine Mole ist der Felsen mit dem Land verbunden, sodass man den Leuchtturm problemlos und ohne nasse Füße erreichen kann. Er ist für Touristen ganzjährig zugänglich und darf gerne erklommen werden. Belohnt wird man mit einem spektakulären Ausblick über das Meer.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein historischer Gebäudekomplex, der einst eine Hering-Salzerei beherbergte. In den Sommermonaten ist diese Location häufig Gastgeberin für Konzerte oder Festivals.

Wer das Leuchtturm-Feeling gerne einmal so richtig ausleben will, ist vor Ort gut bedient: Auf Karmøy kann man auf gleich drei Leuchttürmen auch übernachten: Der Leuchtturm Vikeholmen, das Geitungen Fyr sowie das Høydevarde Fyrhotell freuen sich auf Nächtigungsgäste, sind allerdings meist lange im Voraus ausgebucht.

Insel Bukkøy

Fünfzehn Minuten entfernt von Karmøy liegt – ebenfalls durch eine Brücke verbunden – die kleine Insel Bukkøy. Dort wird Wikingergeschichte lebendig, die Insel ist ein einziges Freilichtmuseum.

Ein zum Leben erweckter Wikingerhof lässt im Rahmen einer fachkundigen Führung keine Fragen unbeantwortet und bietet Einblick in den Alltag der rauen Krieger aus dem Norden.

Inseln Utsira und Røvær

Für Naturliebhaber und Menschen, die es auch im Urlaub gerne etwas ruhiger mögen, bietet sich ein Ausflug auf die beiden Naturschönheiten Utsira und Røvær an. Sie sind allerdings nur per Boot erreichbar, die Fährverbindungen sind jedoch sehr gut. Die beiden Inseln beherbergen lediglich 215 bzw. 110 Menschen.

Utsira Leuchtturm
Leuchtturm Utsira

Utsira ist unter Ornithologen sehr geschätzt. Bislang wurden auf der relativ kleinen Insel knapp 320 Vogelarten registriert. Besucht werden können beide das ganze Jahr über, vorausgesetzt, das raue norwegische Klima in Herbst und Winter wird als angenehm empfunden.

Åkrafjord und Langfoss-Wasserfall

Wer den ganzen Tag lang Zeit hat, dem sei der Ausflug zu den beiden spektakulärsten Naturschauspielen der Gegend rund um Haugesund ans Herz gelegt. Mit dem Bus fährt man durch malerische Landschaft – je nach Fahrer mit dem einen oder anderen Foto Stopp – zum Åkrafjord.

Langfoss
Langfoss Wasserfall

Der Langfoss-Wasserfall, der aus einer Höhe von 612 Metern seine gischtigen Wassermassen über die Felsen verströmt, steht symbolisch für die Ursprünglichkeit der norwegischen Landschaft und ihre Unberührtheit.

Die Fahrt hin und zurück nimmt – je nach Dauer des Aufenthalts – meist mindestens 6 Stunden in Anspruch. Je nach Buchung ist ein Mittagessen vor Ort in einem idyllischen Gasthof inkludiert.

Video: Haugesund, Norwegen – Ausflüge, Ideen und Sehenswürdigkeiten

Haugesund – Erlebnis garantiert

Egal, für welche der vielen Möglichkeiten, die Haugesund seinen Besucher*innen bietet, man sich auch entscheiden mag: Der Tag dort wird unvergesslich bleiben.

Dem Charme der typischen Fjorde aber auch der Herzlichkeit seiner Bewohner*innen kann man sich nur schwer entziehen. Das Fantastische an Haugesund ist seine Vielseitigkeit: Für Familien, Wanderer, gemütliche Schaufensterbummler oder historisch Interessierte – es ist für wirklich alle was dabei.

Das leibliche Wohl kommt ebenso wenig zu kurz, wie das Angebot an pittoresken Fotomotiven und einsamen Landstrichen, wo man zwischendurch auch einfach mal die Seele baumeln lassen kann.

Die einzige Deadline, die man berücksichtigen muss, ist die Abfahrtszeit des Schiffes. Anders als die Flotten der Wikinger, die bei der Planung ihrer Beutezüge lediglich den Jahreszeiten unterlagen, folgen moderne Kreuzfahrtschiffe einem minutiös durchgetakteten Fahrplan.

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